Europa vor der eigenen Haustür

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28 Jun

Europa vor der eigenen Haustür

28. Juni 2015

von Johanna Matthes
Wir sind ein Teil Europas. Soviel dürfte wohl den meisten klar sein. Und wer gern reist, der hat sicher auch schon das ein oder andere Land außerhalb des eigenen in eben diesem Europa entdecken dürfen. Wir reisen, um neue Kulturen kennenzulernen. Neue Denkweisen, neue Kunst, andere Arten die Welt zu sehen und gestalterisch wieder zu geben. Doch manchmal vergessen wir, dass wir eben genau dieses Andere, „Fremde“, Neue auch in unserem eigenen Land haben, in unserer eigenen Stadt, vielleicht sogar in unserer Straße.
 

Kunst & Kültür

KuKü, was die Abkürzung für Kunst & Kültür ist, hat sich zur Aufgabe gemacht eben genau diese Kultur sichtbar zu machen. Das Portal möchte das digitale Sprachrohr junger Europäer sein. Der User wird regelmäßig mit Neuigkeiten aus den Bereichen Kunst, Kultur, Design, Fotografie, Illustration, Musik und Film versorgt. Über die Ländergrenzen hinweg sollen junge Menschen die Möglichkeit haben sich auszutauschen. Die Seite wird Bilingual angeboten in Deutsch und Türkisch und hat diesem Sprachmix auch seinen außergewöhnlichen Namen zu verdanken. Neben eigenen Videoproduktionen, möchte KuKü vor allem auch dazu animieren gemeinsam die kulturelle Zukunft Europas zu gestalten. Somit kann jeder Beiträge einreichen und interaktiv die Plattform mitgestalten.
Am besten kann das aber natürlich der Gründer selbst erklären. Wir haben mit Ömer über Türkisch/Deutschen Austausch, die Idee zu KuKü und die Bedeutung von Reisen für die Entdeckung neuer Inhalte für das Portal gesprochen.
 

 

Kultur verbindet Völker

Auch wenn es so wirken mag: dieser Artikel ist in keinster Weise gesponsort. Ich bin persönlich davon überzeugt, dass solche Projekte maßgeblich dazu beitragen, dass wir uns über die Völkergrenzen hinweg verständigen. Und was eignet sich besser dazu als Kunst und Kultur? Denn selbst wenn wir gesellschaftliche Unterschiede haben, eint uns doch immer wieder die Liebe zum Ästhetischen und die Neugier, Unbekanntes zu entdecken. Der Zugang über das künstlerisch-kulturelle fällt uns viel leichter als uns zum Beispiel direkt mit Geschichte oder Religion eines anderen Landes zu beschäftigen. Es ermöglicht das fast spielerische Kennenlernen einer anderen Gesellschaft. Ich glaube, dass Verständnis für andere Wertesysteme, Sitten und Gebräuche viel leichter über kulturelle Ausdrucksweisen erlangt werden kann.
 

Förderung des europäischen Austauschs

Derartige Projekte werden übrigens auch gern gefördert. Allerdings sind Länder der Europäischen Union dabei klar im Vorteil. Ein Beispiel ist das Förderprogramm Creative Europe Desk, welches Kulturprojekte in Europa fördert oder Jugend für Europa, welches in Zusammenarbeit mit Erasmus+ das Förderprogramm Jugend in Aktion umsetzt. Im Bereich Medien ist die CIVIS Medienstiftung aktiv. Jährlich wird hier zum Beispiel der CIVIS Medienpreis verliehen für europäische Programmleistungen im Radio, Film, Fernsehen und Internet.
 

Der europäische Bürger

Um die europäische Identität und kulturelle Vielfalt zu unterstützen wurde im Vertrag von Maastricht 1992 die Kultur als Bestandteil der Europäischen Integration gekennzeichnet. Interkultureller Dialog wird dabei groß geschrieben. Wir alle haben sicherlich schon mal den Begriff „Europäischer Bürger“ gehört. Bei diesem Konzept geht es nicht nur um rechtliche Rahmenbedingungen des Lebens in Europa, sondern auch darum sich kulturell als Teil von Europa zu fühlen. Ich denke in der Praxis ist da noch viel Luft nach oben. Kultureller Austausch beginnt nicht erst beim Reisen sondern beim Kennenlernen der Kulturvielfalt im eigenen Land. Als „Europäische Bürger“ sollten wir sowohl ein Interesse dafür haben, was so um uns herum geschieht, als auch bereit sein, unsere eigene Kultur Menschen näher zu bringen, die nicht in unserem Land aufgewachsen sind. Es klingt vielleicht pathetisch aber ich glaube, dass Kunst Vorurteile überwinden kann und uns hilft näher zusammen zu rücken. Also: lasst uns gemeinsam Europa gestalten. 🙂
 
Bis bald / Görüşmek üzere / Hasta luego / See you soon / à bientôt / a presto / до скорого / vi hörs / αντίο / tot kijk / na razie / Zatím / até breve /…
 

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Johanna

Johanna lebte 2014/15 während ihres Studiums der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation fast ein Jahr in Valencia. Mittlerweile arbeitet sie als New Work- und Digital Transformation Beraterin in ihrer Heimatstadt Berlin und kehrt trotzdem mindestens einmal im Jahr in ihre "2. Heimat" am Mittelmeer zurück. Steven und Johanna kennen sich schon ziemlich lange und deswegen darf sie hier auch ab und zu ihren Senf dazu geben.