Der thailändische König der Kondome: Mr. Condom

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11 Jan

Der thailändische König der Kondome: Mr. Condom

11. Januar 2014

„Wir hatten keine starke Regierung und wir hatten nur wenige Ärzte, also war es jedermanns Aufgabe Verhalten und Haltung der Menschen zu ändern.“
(Mechai Viraviadya über den Anfang seiner Mission Condom)
Mechai Viravaidya ist ein Mensch, der mich beeindruckt. Er ist jemand, der es bewältigte eine enorme Veränderung in Thailand herbeizuführen. Alles begann in den 1970er Jahren, als die Geburtenrate pro Mutter bei sieben Kindern lag. Die Bevölkerung im Land explodierte förmlich. Die Folgen waren Ressourcenknappheit, fehlender Wohnraum und Verarmung. Mechai brachte die Revolution, in dem er das Problem in der Wurzel der Ursache bekämpfte. Zusammen mit ein paar mutigen Mitstreitern machte er sich auf den Weg und klärte ein ganzes Land auf. Seit dem ist er im ganzen Land als Mr. Condom bekannt.
Und die Kondome wiederum werden synonym als „Mechai“ bezeichnet.

Mechai Viravaidya während der TED x Change. Quelle: Gates Foundation | flickr

Mechai Viravaidya während der TED x Change. Quelle: Gates Foundation | flickr


Da es im Land zu wenig Ärzte gab, begann er seine Revolution mit der Schulung von Kioskbesitzern und anderen Straßenverkäufern. Er ließ Ihnen erklären wie Pille und Kondom funktionieren und wie sie zur Verhütung verwendet werden müssen. So konnte eine Aufklärung flächendeckend und exponentiell erfolgen. Es kam dazu, dass binnen weniger Jahre Kondome auf den schwimmenden Märkten der kleinen Städte oder in Minibars verkauft wurden sowie von Polizisten und Mönchen ausgegeben wurden. Selbst Kondom-Aufblasswettbewerbe und witzige T-Shirts schafften den Sprung in die Gesellschaft und bewirkten weitere Aufklärung und nahmen Hemmungen.
Mechai Viravaidya ist ein Typ, der vor keiner Idee halt machte, um sein langfristiges Ziel zu erreichen. Mit Erfolg. Die Geburtenrate sank in den folgenden 40 Jahren von sieben auf 1,5 Kinder pro Familie. Aber natürlich bewirkten die Kondome nicht nur einen Geburtenrückgang, sondern auch eine sagenhafte Verringerung der Aids Infektionen um 90%. Das entspricht einigen Hochrechnungen zu Folge die Rettung von 7,7 Millionen Menschenleben.

Von all diesen Heldentaten des Mechai Viravaidya wusste ich noch gar nichts, als ich am Abend des 25. September 2013 das Restaurant Cabbage & Condoms in Bangkok besuchte. Ein ehemaliger Kollege hatte es mir empfohlen, da es hier neben der fantastischen Kost auch weiteres zu bestaunen gäbe. Schon beim Eintreten in den mit unzähligen Lichterketten behangen Garten wusste ich, dass sich dieser Besuch lohnen würde. Der stark bewachsene Garten galt einem Lichtermeer. Tausende Lichtlein strahlten uns entgegen und entwickelten in der Dunkelheit dieser milden Sommernacht ein ganz verzaubertes Ambiente.
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Zu unserem Glück bekamen wir einen Tisch im oberen Terrassenbereich des Restaurants, so konnten wir während des ganzen Besuchs den Lichtergarten bestaunen. Erst als wir der Blicke satt waren, entdeckten wir die vielen Details des Restaurants.

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Mechai war es mal wieder gelungen die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich zu ziehen. Was für den gemeinen Touristen einfach nach einem lustigen Restaurantmotto aussah, fasste im Restaurant Cabbage & Condoms über 40 Jahre intensive Arbeit zusammen. Arbeit, die sich für Thailand gelohnt hatte.

Ihr wollt das Cabbage & Condoms oder seinen Souvenirladen auch mal besuchen? Hier ist die Adresse:
Cabbages & Condoms
10, Sukhumvit Soi 12
10110 Bangkok
Thailand
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Steven Hille
Steven Hille

Steven ist der Autor des nachhaltigen Reiseblogs Funkloch. Irgendwann dachte er sich, dass er nur noch Projekte realisieren sollte, die einen guten Nutzen haben. Aus dieser Idee heraus sammelte er Spenden für ein Tigerbaby, unterstützte ein nationales Bienenprojekt, baute einen Brunnen in Uganda und gründete mit Freunden die NGO WeWater, die sich für sauberes Trinkwasser einsetzt.