Wie das Internet sammelt und „mitdenkt“: Eine E-Mail von foursquare.

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20 Apr

Wie das Internet sammelt und „mitdenkt“: Eine E-Mail von foursquare.

20. April 2013

In dieser Woche war ich seit langem mal wieder beruflich unterwegs. An einigen Stationen meines eintägigen Trips habe ich per foursquare eingecheckt. Nun habe ich eine bemerktswerte E-Mail bekommen, welche mich dazu veranlasst diesen Beitrag der Kategorie „Off Topic“ zu verfassen.

Was ist foursquare?
(Falls du #4sq kennst, kannst du diesen Part gerne überspringen!)
foursquare ist ein auf den aktuellen Standort basierendes soziales Netzwerk. Mit dem Smartphone kann via GPS in einer Location eingecheckt werden. Das passiert auf spielerische Art und Weise, denn für jedes Check-In werden Punkte vergeben, die sich in einem Wochenranking unter allen Freunden wiederspiegeln. Wurde besonders oft in einer Location eingecheckt besteht die Chance Mayor zu werden. Orden, wie beispielsweise der „School Night Badge“, den man erhält, wenn in einer Schulwoche nach 3 Uhr nachts irgendwo eingecheckt wurde, erhöhen den Funfaktor.
Letztendlich wird foursquare verwendet, um seinen Freunden den aktuellen Aufenthaltsstandort mitzuteilen und sich so die Möglichkeit eines spontanen Treffens offen zu halten. Außerdem können Restaurant´s schon vor dem ersten Besuch erkundet werden, denn zu den Locations geben die User, wie bei Qype oder Google Places, wertvolle Tipps ab oder laden Bilder hoch.
Am Mittwoch checkte ich also auf meiner Fahrt von Berlin nach Bad Köstritz und Gera in einem McDonald´s, der Köstritzer Schwarzbierbrauerei sowie der Stadt Gera ein. Mein nächstes Check-In fand erst am Folgetag in Berlin statt. Direkt nach der Ankunft im Wrangelkiez Kaiser´s (Berlin) erhielt ich die folgende E-Mail.
foursquare funkloch
 
Einige werden jetzt sicher denken: Na und? Nun? Eine klassische Mail, die dazu führen soll im Netzwerk wieder aktiv zu interagieren.
 
Obwohl ich selbst nicht die Bohne von solchem IT Schnickschnack verstehe, finde ich die Programmierung dahinter sehr beeindruckend. foursquare hat erkannt, dass ich sonst überwiegend im Raum Berlin unterwegs bin und das als Heimat gesichert. Während meiner Abwesenheit habe ich mich an verschiedenen Orten eingeloggt. Diese Check-In´s werden als Trip/Reise verstanden und registriert. Direkt nach meiner fourquare-Rückkehr in Berlin erhalte ich die oben aufgeführte Nachricht mit der Aufforderung über meine Erfahrungen zu berichten.
 
Doch neben der technischen Begeisterung, schimmert auch die Gefahr hervor. Meine Daten wurden getrackt, gesichert und ausgewertet. Wenigstens wurde ich per E-Mail indirekt informiert. Doch wieviele Daten werden von uns im Geheimen aufgenommen, landen in riesigen Datenbanken und werden auf Ewigkeiten gespeichert? Die Nutzer der Dienste foursquare, Facebook, Google & Co. sind meiner Meinung nach selbst schuld.
 
Doch welche Daten werden wohl auch außerhalb der Social Networks von uns gesichert? Zum Beispiel beim Einkaufen auf Ebay oder Amazon? Oder beim einfachen surfen im Internet? Die Datenkrake scheint unersättlich. Eine Dimension, die man sich am liebsten nicht ausmalen mag, wie dieses Video zeigt.

 
Die Informationen, die in deinem Googlekonto gesichert sind, kannst du dir hier ansehen: Doch was wissen Google und Co. noch?!
Eine Thematik, die definitiv zum Nach- und Umdenken anregt.
 
 
 

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Steven Hille
Steven Hille

Steven ist der Autor des nachhaltigen Reiseblogs Funkloch. Irgendwann dachte er sich, dass er nur noch Projekte realisieren sollte, die einen guten Nutzen haben. Aus dieser Idee heraus sammelte er Spenden für ein Tigerbaby, unterstützte ein nationales Bienenprojekt, baute einen Brunnen in Uganda und gründete mit Freunden die NGO WeWater, die sich für sauberes Trinkwasser einsetzt.