Lost Places Berlin: 10 mysteriöse Hauptstadtruinen

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25 Mai

Lost Places Berlin: 10 mysteriöse Hauptstadtruinen

25. Mai 2022

Lost Places Berlin – Das sind die 10 besten Ruinen:

 

Berlin – wo der Wohnraum knapp ist, aber sich gleichzeitig viele leerstehende Gebäude, Anlagen und Grünflächen befinden. Die Hauptstadt ist in vielen Punkten ein Mysterium. Dennoch hat Berlin einen einzigartigen Vibe, der nicht durch eine Facette allein, sondern deren bunte Mischung entsteht.

Eine Besonderheit sind die Lost Places Berlins. Orte, an denen sich kein Alltagsleben mehr abspielt. Einige davon sind Ruinen, die keinen Hinweis auf die frühere Verwendung geben. Anderen Lost Places Berlins wiederum merkt man deutlich an, wofür sie ursprünglich geschaffen wurden.

Die Faszination an Lost Places kommt für viele durch deren Ästhetik zustande. Für einige ist auch die Illegalität ein Anreiz, denn die meisten Lost Places Berlins dürfen nicht betreten werden. Empfehlenswert sind daher Touren, in denen die Orte vorgeführt und auch eingeordnet werden.

Wir listen die zehn mysteriösesten Lost Places Berlins auf – von verlassenen Institutsgebäuden über ehemalige Bahngelände bis hin zu geisterhaften Freizeitparks.

 

1: Institut für Anatomie der FU Berlin – Lost Places Berlin – Dahlem

Die Freie Universität Berlin ist eine der bedeutendsten Bildungseinrichtungen der Stadt. Mit ihr assoziiert man Wissensvermittlung, Innovation – und mit Blick auf das alte Institut für Anatomie auch Verfall. Eigentlich unvorstellbar: Verfall im sonst so schicken Berliner Ortsteil Dahlem.

Das Institut für Anatomie wurde vor knapp 100 Jahren errichtet. Seit 2005 steht das Gebäude leer. Drei Jahre nach Einstellung des Betriebs sicherte sich ALDI das Grundstück, um eine entsprechende Filiale zu errichten. Allerdings gefiel dem Bezirk diese Planung nicht: Stattdessen sollten dort lieber Studentenwohnungen oder generell Wohnraum geschaffen werden.

Das ehemalige Lehrgebäude wird gut bewacht, was nicht nur allgemein an der Gegend, sondern besonders an den beiden Botschaften liegt, die in Reichweite sind. Noch bis vor kurzem konnte man sich relativ unkompliziert einen Zutritt verschaffen. Dem Innenbereich sieht man zwar noch seinen eigentlichen Zweck an, allerdings wird er von Graffiti, Verwüstung und einer Gruselatmosphäre dekoriert.

Es ist immer noch unklar, was aus dem Gelände wird. Neuerdings wirkte es so, als würden erste Baumaßnahmen in Gang gesetzt werden. Wer Berlin kennt, weiß, dass man hier jedoch eher nicht so schnell eine andere Kulisse erwarten kann.

 

 

2: Tempelhofer Feld-Flughafengebäude – Lost Places Berlin – Tempelhof/Neukölln

Das Tempelhofer Feld ist im Grunde genommen ein riesiger verlassener Ort. In seiner Gesamtheit ist es größer als Monaco – also etwa so groß wie 450 Fußballfelder. Im klassischen Sinne ein Lost Place ist jedoch vor allem das ehemalige Flughafengebäude, das sich auf dem Feld befindet. Seit der endgültigen Einstellung jeglichen Flugbetriebs im Jahre 2008 findet dort nichts mehr statt, das auf seine vorherige Nutzung schließen lässt.

Über 1,2 Kilometer ist das Flughafengebäude lang. Dementsprechend eindrucksvolle Gänge führen durch das Gebäude. Doch vor allem die unterirdische Welt des Flughafengebäudes ist unglaublich. Dort finden sich viele Bunker, in welchen Menschen unter schlimmsten Bedingungen Schutz suchten. Teilweise eng an eng gedrängelt. Diese Gefühlswelt wird bei einem Besuch spürbar.

Aufgrund seiner historischen Bedeutung steht das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz. Professionelle Führungen können gebucht werden. Diese sind definitiv lohnenswert.

 

 

3: Irakische Botschaft der DDR – Lost Places Berlin – Niederschönhausen

Einer der Lost Places Berlins mit politischem Hintergrund ist die Irakische Botschaft in der ehemaligen DDR. Von 1974 bis 1991 war dies der Arbeitsmittelpunkt irakischer Diplomaten in der DDR bzw. zum Ende hin im wiedervereinigten Deutschland. Seit dem Umzug der Botschaft nach Dahlem steht das Gebäude leer – und verfällt.

Einen besonderen Reiz bildeten anfangs politische Dokumente, die in dem Gebäude ausfindig gemacht wurden. Gerade das Interesse an verborgenen Infos über den Diktator Hussein lockte viele Menschen an. Bis auf ein paar Plakate und Flyer konnte jedoch nie ein nennenswerter Fund im Zusammenhang mit Hussein von dem heutigen Lost Place vermeldet werden.

Heutzutage ist die alte Botschaft in einem ruinösen Zustand. So hat es dort unter anderem einen Brand gegeben, der dem Gebäude eine schaurige Kulisse verschaffte. Was aus dem Gelände werden soll, ist unklar. Es gehört nach wie vor dem Irak.

 

 

4: Regierungskrankenhaus Buch – Lost Places Berlin – Buch

Wir bleiben in der DDR, genauer gesagt im Ortsteil Buch. Dort wurde 1949 ein sogenanntes Regierungskrankenhaus gebaut. In dieser medizinischen Einrichtung wurden einzig und allein „elitäre“ Patient*innen aufgenommen. Um sich in dem Krankenhaus bewegen zu dürfen, benötigte man einen Sonderpass.

Diese Umstände führten dazu, dass auf den über 23.000 Quadratmetern an Fläche (inkl. eines Schwimmbads) in gut 25 Jahren Nutzungsdauer nur verhältnismäßig wenige Patient*innen behandelt wurden. Dazu gehörten Vertreter*innen des Ministeriums, Staatssekretariats und der Parteiführung.

Da es sich um wichtige Patient*innen handelte, wurde ein medizinischer Standard gewährleistet, der sonst in der DDR nicht geboten werden konnte. Westliche Ressourcen wurden angeschafft, was für Kritik sorgte. Der Vorwurf einer Zwei-Klassen-Gesellschaft wurde oft genannt.

Heutzutage hat das beeindruckende Areal nichts mehr von seinem luxuriösen Standard. Das Einzige, was geblieben ist, ist, dass es von Unbefugten nicht betreten werden darf. Ein Wachschutz soll dies sicherstellen.

 

 

5: Kinderkrankenhaus Weißensee – Lost Places Berlin – Weißensee

Von DDR-Krankenhaus zu DDR-Krankenhaus: Der nächste Ort dieser Lost Places Berlin – Liste ist das Kinderkrankenhaus Weißensee. Ein Gebäude, das von den Einheimischen als Symbol für inkonsequentes Bauvorhaben gesehen wird. Der Ruine sollte bereits mehrfach neues Leben eingehaucht werden.

1911 wurde das ehemalige Kinderkrankenhaus in Weißensee eröffnet. Entsprechend anfällig ist dieses alte Gebäude für den natürlichen Verfall. Der Denkmalschutz verpflichtet den Bezirk dazu, das Gebäude instand zu halten, was immer schwerer fällt. Seit 1997, dem Jahr, in welchem finanzielle Ursachen zur Schließung führten, wurde das Kinderkrankenhaus zur Ruine.

Das Betreten ist verboten – und es ist auch nicht ratsam. Nach mehreren Bränden und Randalen bei illegalen Aufenthalten sind viele Böden eingebrochen. Gerüste, die regelmäßig um das Gebäude zu Sanierungsarbeiten aufgestellt werden, laden jedoch regelmäßig Interessierte ein.

Das Kinderkrankenhaus Weißensee ist zwar eine tolle Fotokulisse, aber ein gruseliger Ort, den man besser meiden sollte.

 

 

6: Spreepark – Lost Places Berlin – Plänterwald

Ein verwilderter Freizeitpark, in welchem sich das Riesenrad wie von Geisterhand dreht. Das ist nicht das Setting eines Horrorfilms, sondern die Realität des Spreeparks. Das windbedingte Rotieren des Riesenrads macht diesen Ort zu einem der schaurigsten Lost Places Berlins.

Der sechste verlassene Ort dieser Liste ist gleichzeitig der vierte aus der ehemaligen DDR. 1969 wurde der Vergnügungspark ins Leben gerufen. Er bot das volle Programm: Wildwasserbahn, Rummelbuden und das erwähnte Riesenrad. Zu Höchstzeiten lockte der Spreepark 1,5 Millionen Menschen im Jahr an.

Zum Ende des 20. Jahrhunderts jedoch büßte der Freizeitpark an Beliebtheit ein. Nur noch ein Bruchteil der ehemaligen Menschenmassen kam, sodass man sich verschuldete. In den letzten Jahren erlangte der Park noch mal traurigen Ruhm, da sein Besitzer beim Transfer von Fuhrwerken versuchte, Kokain zu schmuggeln, aber aufflog.

In der Gegenwart ist von der einstigen Dynamik dieses Ortes nicht mehr viel zu spüren. Das Gelände ist verwahrlost. Mehrfach wurden Zukunftskonzepte erarbeitet, nur um kurz darauf schon wieder verworfen zu werden. Aktuell gibt es Baupläne, nach denen Teile des Areals wiederbelebt werden sollen. So wird das Riesenrad beispielsweise stückweise modernisiert, um es irgendwann wieder in Betrieb zu nehmen.

Betreten werden darf der Spreepark offiziell nur im Rahmen von einstündigen Führungen.

 

 

7: Abhörstation Teufelsberg – Lost Places Berlin – Grunewald

Der Teufelsberg ist die perfekte Fotokulisse. Abgewrackte Bauteile, ein herrliches Naturschauspiel und der Ausblick auf die Hauptstadt aus 120 Metern Höhe. Hier kommt einiges zusammen.

Als einer der bekanntesten Lost Places Berlins gilt die ehemalige Abhörstation auf dem Teufelsberg. Hat man den Berg erstmal beklommen, sieht man den dazugehörigen weißen Turm. Allerhand Graffiti und Street Art lässt schnell vermuten, wie lange hier schon kein offizieller Betrieb mehr herrscht.

Seit den frühen 1950ern haben US-amerikanische und britische Soldaten dort den Luftraum überwacht. 1991 verließen die Militärkräfte den Standort, woraufhin man die Infrastruktur zur Überwachung des zivilen Fluggeschehens verwendete.

Die Abhörstation kann man betreten. Generell lohnt sich der Besuch des Teufelsberges, da dort – neben der Station und der Natur – auch eine Kunstgalerie aufgesucht werden kann. Ein Lost Place Berlins, der mit einer Menge Leben gefüllt ist.

 

 

8: Südgelände Schöneberg – Lost Places Berlin – Schöneberg

Die Bahn kommt oft zu spät, aber hier fährt sie schon seit 60 Jahren nicht mehr: Die Rede ist vom Schöneberger Südgelände. Wo von 1841 bis 1961 Züge entlangfuhren, wachsen heute Bäume durch die Gleise. Der schnelllebige Stadtbetrieb wich hier einer wuchernden Flora und Fauna. Sogar Tiere, die vom Aussterben bedroht sind, sollen vertreten sein.

Flankiert wird dieses tolle Naturareal gewissermaßen von seiner Vergangenheit, da man die S- und Regionalbahnen von dort sehen und hören kann. Relikte sind ebenso zu finden, etwa der Wasserturm, ein Lokschuppen oder die Drehscheibe.

Kunstwerke im Street Art-Style katapultieren einen wieder in die Gegenwart. Das Südgelände Schöneberg darf jederzeit betreten werden.

Auf die Bahn zu warten, kann hier lange dauern – genau wie beim…

 

 

9: Siemensstadt-Bahnhof – Lost Places Berlin – Siemensstadt

… Siemensstadt-Bahnhof der ehemaligen Siemensbahn. Im Gegensatz zum Südgelände Schöneberg ist das ein Lost Place „auf Zeit“, da dieser in den späten 2020er-Jahren reaktiviert werden soll. Wie der Name vermuten lässt, ist der Siemensstadt-Bahnhof ein ehemaliges Projekt vom Siemens-Konzern. Vor vierzig Jahren fuhr hier die letzte Bahn.

Was vom einstigen Herz der Siemensbahn übriggeblieben ist, ist ein Geisterbahnhof, der seit 1995 unter Denkmalschutz steht. Das Gebäude ist nach wie vor beeindruckend. Alte Ausschilderung der Gleise, die von Rost gekennzeichnet sind, ermöglichen eine Orientierung.

Die Vergangenheit holt den Ort insofern ein, als er noch immer als Privatgelände gilt. Wer sich einen Zutritt verschafft, tut dies unerlaubt. Eine Besichtigung sollte nicht auf eigene Hand unternommen werden, da oben auf dem Bahnhof akute Sturzgefahr besteht.

 

 

10 Beelitz Heilstätten – Lost Places Berlin – Umland

Ein legendärer Lost Place, der auf dieser Zusammenstellung von Lost Places Berlins nicht fehlen darf, auch wenn er im Berliner Umland liegt, sind die Beelitzer Heilstätten. Wohl um keinen sonst hier aufgeführten Lost Place ranken sich so viele Gruselgeschichten wie um die die Beelitzer Heilstätten – beispielsweise wegen angeblicher Menschenversuche.

Über 200 Hektar umfasst die Anlage, die ab 1902 als Lungenheilanstalt diente. Vor allem die fiese Lungenkrankheit Tuberkulose war der Grund für den Aufenthalt vieler Einheimischer. Das riesige Areal wurde im weiteren Verlauf dann auch zum Behandlungsort der Kriegstreiber Hitler und Putin.

Ein gruseliger Lost Place, der nur im Zuge von Touren betreten werden darf. Bei solch einer Tour ist vor allem der Patientenpavillon ein Highlight. Im Rahmen der Tour fällt auf, dass bestimmte Bereiche moderner wirken als andere. Der Grund dafür besteht in der Verwendung der Heilstätten als Drehort für Film- und Musikvideoaufnahmen.

 

Berlin ist die Hauptstadt der Lost Places. Für jeden Geschmack ist ein verlassener Ort dabei. Doch: Wir raten ausdrücklich dazu, die genannten Orte immer nur in einem legalen Rahmen sowie in Begleitung zu betreten. Mit dem Verfall eines Gebäudes geht immer auch ein Verlust des Sicherheitsstandards einher. Wenn man sich endlich an einem der genannten Lost Places Berlins befindet, dann bemerkt man, wie außergewöhnlich die Atmosphäre einer Verwahrlosung sein kann.

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Christoph Schmidt

Christoph ist in Berlin geboren, aber überall Zuhause. Er liebt die Strände von Portugal, den Sonnenuntergang in der Schweiz und auch Städtetrips über die Grenzen Europas hinaus. Aber natürlich genießt er auch seinen Wohnsitz in Berlin. Dort geht er regelmäßig auf den Tennisplatz, ins Stadion zu Hertha und frönt gerne der hiesigen Kneipenkultur.